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Schloß Celle, 02.07.2014, 16:00 Uhr

Auf dem Weg zur Rechtstechnokratie?

In der europäischen Tradition erweist sich die richtige Gesellschaft als die nach einem vernünftigen Rechtsprogramm ausgerichtete. Die Zweifel an einer normativ steuernden Funktion des Rechts wachsen jedoch nicht nur mit Beobachtungen der Widerständigkeit gewachsener Lebenszusammenhänge. Vor allem die Beobachtung einer differenzierten Fortentwicklung des Rechts zum selbstbezüglichen Handlungssystem schwächen den normativen Sinn des Rechts als umfassendster gesellschaftlicher Verständigung. So formuliert Niklas Luhmann einen fast melancholischen Abschied des Rechts in die Technokratie: „Weil Gründe als Garanten für Entscheidungszusammenhänge schwer ersetzbar sind, erscheint es dem Juristen so, als ob die Gründe die Entscheidung rechtfertigen und nicht die Entscheidungen die Gründe.“


Prof. Dr. Dieter Gosewinkel
Referent
Prof. Dr. Dieter Gosewinkel
Leiter des Rule of Law Center, Wissenschaftszentrum Berlin
Prof. Dr. Christoph Möllers
Referent
Prof. Dr. Christoph Möllers
Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie,
Humboldt-Universität zu Berlin

Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

 

1 Korinther 13,13